ferien.ahoi NORDERNEY Magazin

Wanderung zum Inselende

Geschrieben von Ralf Taprogge • Samstag, 15. März 2008 • Kategorie: Freizeit & Wellness
 

 
Er führt auf seinem wichtigsten Teilstück schier endlos lange 800 Kilometer von den französischen Pyrenäen bis ins galizische Santiago de Compostella. Sein Name ist auch bei uns in aller Munde - seit
Spaßmacher Hape Kerkeling mit seinem nachdenklichen Erlebnisbericht "Ich bin dann mal weg" im Sommer 2006 die Bestsellerlisten erstürmt hat: Der so genannte Camino de Santiago - zu deutsch Jakobsweg - zieht Jahr für Jahr Zigtausende in seinen Bann, Menschen jeder Nationalität und Weltanschauung, die - aus welcher Motivation heraus auch immer - eine ungewöhnliche Wanderung
beginnen. Das Problem: Die mehr als tausend Jahre alte Pilgerstrecke zur vermeintlichen Grabstätte des Heiligen Jakobus liegt in Spanien - und die Quelle der Erkenntnis somit reichlich weit entfernt - zumal wenn man seinen Urlaub gerade an der Nordsee verbringt. Da trifft es sich gut, dass eine Wanderung zum Norderneyer Inselende mit etwas Fantasie erstaunliche Parallelen zum
spanischen Jakobsweg aufweist.



Der Strandweg im Norden, vom Januskopf bis zum Ostende der Insel, hat eine Länge von etwa 13 Kilometern. Auch wer den Weg abkürzt und bei der Meierei oder am FKK-Strand startet, kommt hin und zurück auf mindestens 20 Kilometer, was - so oder so - einer typischen Jakobsweg-Etappe entspricht. Ich bin früh aufgebrochen, da für den Nachmittag Gewitter angesagt sind. Der Plan: mit dem Rad zur Weissen Düne und von dort zu Fuß nach Osten. Am Ende des spanischen Jakobsweges
erwartet den Wanderer die - zugegeben - imposante Kathedrale von Santiago. Auf Norderney versinkt im äußersten Osten ein rostiges Schiffswrack im Sand. Und doch scheinen - hier wie dort - die Endpunkte der Strecke nicht Grund genug, die Wanderung zu beginnen. Das Ziel liegt
woanders.

An der Weissen Düne überkommen mich erste Zweifel. Es ist nasskalt, der Wind bläst mit Stärke 5, in Böen mehr, und es sieht nach Regen aus. Ich steige noch einmal aufs Rad, kämpfe mich durch die
Dünen und vorbei am Leuchtturm bis zur Oase - und gehe dann zum Wasser. Dunkle Wolken hängen über dem Strand, der ab hier immer breiter wird und wüstenartig wirkt. Eine sonderbare Landschaft mit einem fast meditativen Charakter. Ich laufe ungefähr eine halbe Stunde, als Regen einsetzt. Bei klarem Wetter könnte man von hier aus problemlos bis nach Baltrum schauen. Jetzt sehe
ich nichts mehr, weil meine Brille beschlägt. Der Regen wird kräftiger. Das muss nicht sein. Ich kehre um. Gescheitert. Aber auch die Chance für einen neuen Anlauf. Morgen soll das Wetter besser werden.

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2 Kommentare

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  1. Was war denn jetzt am nächsten Tag? Immerhin schreiben wir heute den 28. April...:)

  2. Am Morgen darauf schien tatsächlich wieder die Sonne ...

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