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Seesteg - Bitte nur ein Wort

Geschrieben von Ralf Taprogge • Donnerstag, 10. Dezember 2009 • Kategorie: Feature
 

 
Gibt es ein einzelnes Wort, um dieses Haus treffend zu beschreiben? - Kein Art-Hotel oder Boutique-Hotel, weder Design- noch Grandhotel. Vielleicht von alledem ein wenig - und trotzdem völlig anders. Schon etwas ganz Besonderes ist das Gebäude selbst. Machen Sie doch die Augen zu - wir blicken kurz zurück.


Hotel Seesteg - Norderney

Vor deutlich mehr als 100 Jahren fand sich hier ein etwa 170 Meter langer Seesteg. Ein gewaltiges Metallkonstrukt, bedeckt mit schweren Bohlen. Bis zu 1.000 Menschen gleichzeitig flanierten hier zu königlichen Seebadzeiten hinaus in Richtung Meer. Davor am Ufer ein markanter, lang gestreckter Klinkerbau: das heutige Hotel.

In der imposanten Halle lagerten, sobald im Herbst die ersten Stürme kamen, die Holzbohlen des Stegs. Später als der Steg verschwunden war überwinterten darin die Norderneyer Strandkörbe. Das Rein und Raus hat über all die Jahre tiefe Narben hinterlassen. Ein Glück - so möchte man fast sagen. Heute spürt man in dem Hotel und Restaurant auf jedem Meter ein Stück Historie dieser Insel. Auch ohne expliziten Denkmalschutz hat man hier alles behutsam restauriert und mit gekonnt durchdachter Modernität belebt. Drei Materialien prägen dabei in besonderem Maße das Ambiente. Das erste ist der durchgängig im Kohleofen gebrannte rote Klinker. Dazu die Eiche in vielen Varianten, zum Teil die alten Balken, zersägt und einfallsreich verfremdet. Als eleganter Gegenpol zur Dominanz des Rustikalen: Naturseide als Stoff für die Gardinen. Trotz seiner architektonischen Besonderheit ist das Gebäude aber dennoch nur ein Mosaikstein unter vielen - die erstaunliche Kulisse für eine besondere Erfahrung. Und auf die Frage nach dem einen Wort, das Haus umfassend zu beschreiben, lässt sich bislang leider noch nichts sagen.
»Wir glauben, dass Hoteldesign theatralisch und voller Lebenspathos sein sollte, doch niemals ein Egotrip, der auf den Komfort des Gastes keine Rücksicht nimmt.«

(Jens Brune, Hotelier)
Wir suchen immer noch das eine Wort, das Haus im ganzen zu erfassen. Aus Sicht selbst langjähriger Norderney Urlauber ist es vor allem eines: überraschend. Der verblüffende Effekt ist vielschichtig und folgt keinem festen Schema. Unvermutet sind wie gesehen zunächst die Architektur und die Geschichte. Dann was man daraus machen kann und sicher auch die Lage. Viele der weiteren Überraschungen zeigen sich erst später im praktischen Gebrauch sowie beim Service. Beispiele dafür gibt es viele, wir nennen stellvertretend nur einige Details.

Ob unten im Restaurant mit seiner offenen Küche oder oben in den Studios und Suiten: Die Lichtstimmung im ganzen Haus ist steuerbar und je nach Bedarf über ein zentrales Bussystem einzeln zu programmieren. Ein Highlight in den Badezimmern: Dank vollverglaster Außenfront und zweiter Glaswand innen kann jeder Gast selbst aus der Badewanne den Panoramablick aufs Meer genießen. Die hochwertigen Federdecken stammen aus einer kleinen bayerischen Manufaktur. Die tierschonend gerupften Federdaunen seien dort sogar naturverträglich in Quellwasser gereinigt. Beim Service werden einige althergebrachte Dienstleistungen aufgegriffen. So wird das Brot hier selbst gebacken. Ziel sei es, traditionelle und moderne Handwerkskunst so einzusetzen, wie es die Architektursprache vermittelt: neben dem uralten Holz der Balken ein frisches Bauernbrot.

Die Reihe solcher Beispiele ließe sich fast nach Belieben verlängern. Doch das Besondere an diesem Haus sind nicht allein die Überraschungen. Es ist vertraut und fremd zugleich. Und stets betont es eines: Die niveauvolle Exklusivität und der dezente Luxus bleiben bis ins Detail innerhalb der Regionalität der Insel tief verwurzelt. Man könnte sagen familiär, doch irgendwie auch anders. Wie war das noch - Sie wollen nur ein Wort, um dieses Haus zu beschreiben? Da suchen Sie vergeblich. Und wenn trotzdem nur ein Wort, dann merken Sie sich Seesteg.

Seesteg • Damenpfad 36a • (04932) 893 600 • www.seesteg-norderney.de 



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